Forschungsthema – Kieselsäure

Ein Gastbeitrag von Ulrike Mayr

Aus der Sicht einer holistischen Ernährungskultur, wie sie von Personen wie Rudolf Steiner, Udo Renzenbrink und Heinz Grill grundgelegt wurde, ist das Vorkommen und die Wirkungen der Kieselsäure in der Ernährung ein wichtiges und spannendes Thema.

Das Vorkommen von Kieselsäure/Siliziumdioxid


In den Gesteinen, in Wasser und in allen Pflanzen kommt das chemische Element Silizium nicht isoliert, sondern immer in der Verbindung mit Sauerstoff vor. Dies wird als Siliziumdioxid SiO2 oder als Kieselsäure bezeichnet. Sie stellt eine biologisch aktive Form von Silizium dar, d.h. sie aktiviert verschiedene Prozesse – biochemisch, mechanisch und auch elektromagnetisch. Sowohl in Pflanzen als auch im menschlichen Körper unterstützt sie in allen werdenden Form- und Gestaltungsprozessen sowohl die Elastizität als auch die Festigkeit und Stabilität. Das sind bei den Pflanzen vorwiegend die Stiele, Blätterbereiche, Hüllen und Grannen der Getreideähren und beim Menschen alle Bänder- und Stützgewebe, die Haut und Sinne.

Reine Kieselsäure ist der Bergkristall.

Der Kieselreichtum im Getreide


Sehr kieselreich sind alle Getreidesorten, davon besonders die Hirse, der Hafer und die Gerste. Da sich der Kiesel und weitere Minerale vorwiegend in den Randschichten der Körnerfrüchte befindet, ist das Vollkorngetreide in der Ernährung von besonderem Wert.

Folgende Werte können miteinander verglichen werden: pro 100g Getreide/mg Siliziumgehalt

  • 100g Haferflocken 15-25mg Bioverfügbarkeit mittel
  • 100g Hirse 40-50 mg Bioverfügbarkeit niedrig
  • 100g Gerste 20-30 mg Bioverfügbarkeit mittel

Was heißt Bioverfügbarkeit? Es ist bekannt, dass die Kieselpräparate nicht so leicht vom Körper aufgenommen werden können und sich dies von Mensch zu Mensch auch sehr unterschiedlich zeigt. Mehrere Faktoren bestimmen, wie gut wir Silizium aus der Nahrung aufnehmen können. Monomere Kieselsäure wird am besten aufgenommen, polymere Formen und unlösliche Silikate dagegen kaum. Dies wird als Bioverfügbarkeit dargestellt. Ein erwachsener Mensch trägt etwa 1 bis 2 Gramm Silizium in sich. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden.

Eine vertiefende Sichtweise zum Getreide und seinem Kieselreichtum

In der Forschungsküche Lundo erhalten alle Getreidesorten eine große Wertschätzung, denn sie geben eine beste Grundlage für den Körper wie auch für unsere seelischen und geistigen Fähigkeiten.

Stellen wir uns das Bild vor, wie die Getreidepflanzen im Zusammenwirken von Licht- und Wärmekräften, von der Sonne kommend, und irdischen Kräften des Bodens, wachsen und gedeihen. Im Entstehen von Wurzeln, Stengel und Blättern in hoher, schlanker Form, bis hin zur Reifung der Ähren sehen wir eine lebendige Gestaltbildung, die von realen kosmischen Einflüssen geleitet ist.

Stellen wir uns die Frage, wie es ist, wenn das Sonnenlicht über lange Zeit ausfällt und vorwiegend Regen und Bewölkung über den Felder wirken. Für die Stabilität der Pflanzen ist dies eine kritische Phase. Wir wissen, wie der Bauer in beständiger Wahrnehmung zu den Wettereinflüssen lebt und oft schon eine Vorahnung zum Wetter ausprägt. Er weiß, dass die kosmischen Einflüsse des Lichtes eine gute, kräftige Formung der Getreidepflanzen bewirken, während ein Mangel zur Schwächung führt. An dieser Stelle des Zusammenwirkens von kosmischen Kräften, die aus dem Licht der Sonne kommen, hin zur Gestaltbildung der Pflanze, gewinnt die Kieselsäure eine besondere Bedeutung.

Gerstenfeld im Trentino


Udo Renzenbrink beschreibt beispielweise bei der Gerste folgenden Zusammenhang von Licht und Kiesel.


„Die Gerste wird durch den Kiesel für das Licht aufgeschlossen. Kieselprozesse sind in ihr intensiv veranlagt. Sie verdichten sich in den Hüllen des Korns und versprühen sich gleichsam in den Grannen.“ (1)

Wie wirkt das Licht, als eine freie und kosmische Kraft bis hin zur Formung der Materie? Heinz Grill regt an, sich in der Wahrnehmung zu üben, um einen Sinn für die tiefere Bedeutung der Kieselsäure heranzubilden.


„Wenn man ein Erleben für die Kieselsäure finden möchte, eignet es sich die Grenze, an der sich Licht und Materie begegnen, näher zu empfinden und auch in der Folge den Strukturaufbau der Pflanze selbst, wie er aus dem Licht entsteht, zunehmend wahrnehmen zu lernen.“ (2)


Die Beobachtung einer kieselreichen Pflanze, wie es die Gerste, aber auch der Ackerschachtelhalm oder die Brennessel ist, führt uns eine Festigkeit und eine geordnete, harmonisch geformte Gestaltung vor die Augen. Zugleich empfinden wir nach wiederholter Betrachtung die Peripherie der Pflanze oft wie in einen lichten Schimmer eingekleidet. Die Vermutung liegt nahe, dass die Kieselsäure, so wie es im Kristall sichtbar wird, einerseits eine Festigkeit und andererseits eine Affinität zum Licht besitzt.

Die Bemühung um eine metaphysische Sicht, die das Wirken von kosmischen Lebenskräften zugrunde legt, führt die Bedeutung eines Zusammenhanges von Licht und Kiesel näher heran.

Innerhalb der Ernährung bildet das Getreide eine beste Grundlage in Bezug auf die Versorgung mit Kiesel. Und dennoch bleibt die Frage offen, wie Silizium zur Aufnahme für den Körper tatsächlich gut verfügbar wird und welche Bedeutung in den Lichtkräften liegt, die mit der Kieselwirkung einhergehen. Dies soll in weiteren Forschungen zum Thema werden.

(1) Udo Renzenbrink, Die sieben Getreide, S. 89

(2) Heinz Grill, Heilkraft durch Yogaaktivität, S. 226

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen