Die Gerste und die Rolle des Menschen im Kochprozess


„Die Gerste” war das Thema in der Videokonferenz des Forums für Holistisch Vegetarische Kochkunst am 24.07.2026. Anwesend waren 14 Teilnehmerinnen aus fünf Ländern. Die nächste Videokonferenz findet am Freitag, 21. August 2026, um 20.00 Uhr statt. Die Telegrammgruppe „Holistic Vegetarian Cooking Art“ ist eine öffentliche Gruppe, die sich mit den Möglichkeiten einer heilsamen und ästhetischen Ernährungskunst befasst. Wer gerne teilnehmen möchte, bitte eine E-Mail an info[at]carmenkraus.com senden.

Warum forschen wir nach dem Getreide?


Diese Eingangsfrage fand ein breites Spektrum an Antworten. Getreide hat sehr viele Heilwirkungen und das macht das Nahrungsmittel interessant. Forscht man über die bekannten wissenschaftlichen Phänomene hinaus in einer durch spirituelle Aussagen erweiterten Sicht nach der seelischen und geistigen Dimension, so entsteht eine immer tiefere Beziehung zu dem Nahrungsmittel Getreide und man wird in der Küche flexibler und phantasievoller damit umgehen können. Ein „ausdauerndes Dranbleiben an der Sache“ (Monika), von der Pflanzenbetrachtung bis zur speziellen Kombination mit Gewürzen bei der Zubereitung, schenkt darüber hinaus eine psychische Stabilisierung. Man lernt z.B. das Getreide überhaupt erst wahrzunehmen, einen Sinn für die damit verbundene Lichtkraft zu entwickeln. Man lernt neue Aspekte kennen und es entsteht eine Wertschätzung für dieses wertvolle Nahrungsmittel. Schließlich wird man fähig zum Dialog mit Vertretern anderer Ernährungsrichtungen.

Typische Schaumbildung am Beginn des Kochprozesses

Die Zubereitung von ganzer Gerste
Grundrezept für vier Personen


250 g entspelzte Gerste mit 750 ml Wasser mindestens 10 Stunden einweichen.
Anschließend im Einweichwasser für 20 Minuten kochen.
Zum Nachquellen bei 100°C in den Backofen stellen für 30 Minuten.

Für den zweiten Kochprozess noch einmal 250 ml Wasser dazu geben und sanft köcheln lassen, bis die Schleimstoffe austreten und das Korn weich ist, nicht mehr „kaugummiartig“ schmeckt. Bei Bedarf noch etwas Wasser nachgießen.

2,5 g getrockneten Salbei oder 5 g frischen Salbei etwa bei der Hälfte der Kochzeit hinzu fügen. Man kann auch Heilsames Öl mit Salbei bereiten und dieses gegen Ende der Kochzeit zur Gerste geben.

Am Ende der Kochzeit 6 g Salz und 10 ml Olivenöl unter die Gerste rühren und noch kurz nachquellen lassen.

Welche Rolle spielt der Mensch, der Koch, im Zubereitungsprozess?

Die Zubereitung der Gerste in der Küche ist ein Transformationsprozess, der in allen Phasen vom Koch oder der Köchin gut beobachtet wird: So findet man erst das ganze Korn im Ausgangsstadium vor, das nach dem Einweichen etwas bauchiger wird. Mit dem ersten Kochen saugt es sich bereits gut voll mit Wasser, beim Nachquellen beginnt es aufzuplatzen. Beim zweiten Kochen stülpt es sich von innen nach außen, ohne aber in einem formlosen Brei aufzugehen. Das einzelne Korn bleibt sichtbar und gut wahrnehmbar, während es über den Koch- und Schleimbildungsprozess in einen Zusammenhang mit den anderen Körnern tritt.

Beim ersten Aufkochen beginnt das Getreide zu schäumen. Bereits diese Schaumbildung ist von Getreide zu Getreide unterschiedlich. So bildet der Gerstenschaum große Blasen und schilllert anfänglich in den Regenbogenfarben, was ein Hinweis auf den kristallinen Charakter der Kieselsäure sein könnte. Wie viel Wasser der Koch evtl. nachgießen muss, ist ganz wesentlich von der Schleimbildung abhängig, die beim zweiten Kochprozess eintreten soll. Erst wenn das Korn ganz aufquillt und die Flüssigkeit im Kochtopf dickschleimig wird, ist das Korn fertig gekocht. Ein Bild wie vom „körnigen Reis“ ist hier nicht zutreffend, weil es die Verdaulichkeit beeinträchtigen würde.

Gekochte Gerste mit Austreten des Schleimstoffs Beta-Glucan

Sorten von Gerste


Gerste ist eines der ältesten Getreide überhaupt und wird auf der ganzen Welt angebaut. Dementsprechend vielfältig sind die Sorten auf dem Markt. So gibt es beispielsweise zweizeilige, vierzeilige und sechszeilige Formen von Gerste. Bei der sogenannten Nacktgerste fallen die Spelzen beim Dreschen von selbst ab. Nacktgerste wird heutzutage fast ausschließlich im Biosektor angebaut.

Die Spelzgerste muss nach dem Dreschen mechanisch vom Spelz befreit werden. Dabei werden meist auch die Randschichten des Korns verletzt und das Korn verliert seine Keimfähigkeit. Der Gerstenspelz wird separat als Tierfutter verwendet. Der Spelz ist für den Menschen unverdaulich. Das Handelsprodukt heißt korrekt bezeichnet entspelzte Gerste. Die Spelzgerste liefert auch das Gerstenmalz für das Bierbrauen und für den Malzkaffee.

Bei den sogenannten Gerstengraupen handelt es sich um geschälte und polierte Gerstenkörner. Auch ohne den äußeren Hüllen ist es immer noch ein sehr gesundes Nahrungsmittel, da sich bei der Gerste wertvolle Substanzen wie Kieselsäure und der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan auch im Korninneren und nicht nur in den Schalenanteilen befinden.

Wie können wir selbständig weiter forschen?

Von sehr großem Nutzen ist es, wenn man in die Natur geht und tatsächlich ein Gerstenfeld betrachten kann oder zumindest eine Ähre bei sich zu Hause besitzt.

Das selbständige Forschen beginnt mit einer Frage, wie z.B. „Wie zeigt sich die Wirkung der seelischen Stabilität im Zusammenhang mit der Gerste, die doch nichts mit der materiellen Eben zu tun hat?“

Eine solche Frage bewahrt man eine etwas längere Zeit, z.B. während des Kochens. Oft ergeben sich daraus weitere Fragen und auch erste, vorsichtig zu bewertende Antworten. Des Weiteren ist es hilreich, Textinhalte mit dazu zu nehmen, z. B. zum Begriff der seelischen Stabilität im Allgemeinen.

Bei dieser Art des Forschens ist es wichtig, nicht vorschnell Antworten aus dem Intellekt zu geben. Es gehört zum Lernen dazu, dass man den Intellekt mit seinen vorschnellen Urteilen zurück hält, aber nicht die Gedankentätigkeit an sich aufgibt.

Natürlich gehören auch praktische Erfahrungen, wie z. B. drei Tage lang Gerste zu essen, zu dieser Forschungstätigkeit hinzu.

In der nächsten Videokonferenz möchten wir uns unter anderem den Fragen nach der Qualität und der Haltbarkeit von Getreide und der Gerste im Speziellen, widmen. „Jedes Lebensmittel beginnt ab der Ernte Inhaltsstoffe zu verlieren, innerhalb ein bis zwei Jahren. Bei kühler und dunkler Lagerung finden diese Oxidationsprozesse langsamer statt.“ (Sissy)

Es können aber die verschiedensten Beiträge zu Aspekten der Gerste und des Getreides eingebracht werden.

Eine sogenannte „Imagination“, ein bildhafter Gedanke zum Wesen der Gerste, wurde von Heinz Grill folgendermaßen formuliert und kann ebenfalls eine Grundlage für weiteres Forschen darstellen:

„Gerste fördert die sensible Empfindungsentwicklung. Gerste regt die sensible Sinnesempfindung an. Sie regt die Wahrnehmung, das Wahrnehmungsvermögen sehr stark an. Es stärkt sich die Sinneswahrnehmnung. Dies geht direkt bis in die Augen hinein und stärkt die Sehkraft. Zu lange am Computer zu sitzen, ist für die Augen ungünstig. Die Gerste sensiblisiert das Empfinden. Der Lichtäther in der Gerste wirkt auf den Stoffwechselbereich und von da aus auf den Kopf.“

Betrachtungsübung


Betrachte den abgebildeten Gerstenhalm und benenne in Gedanken die einzelnen Elemente: Gleite an der Ähre Korn für Korn mit den Augen entlang, sodann an den Grannen, wie sie am sogenannten Deckspelz ansetzen und strahlig nach außen gehen. Betrachte die bauchige Form der Körner und wie die Ähre sich beginnend nach unten neigt. Welche Farbnuancen nimmst du wahr? Hast du schon einmal einen Gerstenhalm in der Hand gehalten?

Wer das Glück hatte, ein Gerstenfeld zu sehen, wie es sich in der Sonne und im Winde wiegt, kann diese Erinnerung zur Betrachtung dazu nehmen. „Ein Gerstenfeld schimmert anders als ein Roggenfeld“ (Maria).

Man kann auch das Meditationsbild aus dem Buch „Ernährung und die gebende Kraft des Menschen“ von Heinz Grill, zur Betrachtungsübung hinzu nehmen (S.190). Lies aufmerksam die verschiedenen Eigenschaften, die die Gerste auf der materiellen Ebene (Eiweiße, Kieselsäure…), auf der seelischen Ebene (seelische Stabilität…) und auf der geistigen Ebene (Licht) aufweist.

Dann entstpanne die Augen, lasse sie leicht geöffnet und stelle dir erneut das Bild des Gerstenhalms vor, rekonstruiere es anschaulich vor deinem Gesichtsfeld. Zu diesem mental erbauten Bild erinnere dich an die Eigenschaften der Gerste und bewahre für einige Minuten deine Gedanken dabei.

Bei der nächsten Videokonferenz am 21.8.2026 sollen die neu entstandenen Erkenntnisse zur Gerste und ihrer heilsamen Qualität weiter ausgetauscht und vertieft werden. Jeder und Jede ist eingeladen, mitzuforschen und das Nahrungsmittel Gerste neu zu entdecken! Für die Anmeldung zur Videokonferenz bitte eine E-Mail an info@carmenkraus.com schreiben.

Kristallines Lichtglitzern über einem Gerstenfeld
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