Ein gut differenzierter Gersteneintopf

Beitrag von Simona, Januar 2026

Der Formgestaltungsgedanke führt zu einem differenzierten Geschmackserleben, bei dem die Sinnestätigkeit angeregt und nach außen motiviert wird. Heinz Grill

Wie entsteht eine heilsame Gerstenspeise?

Während der Künstlertage 2025/26 an der Hochschule für Spiritualität in Lundo, Italien, konnten interessierte Teilnehmer zusammen mit Mitgliedern des Forums für Holistisch Vegetarische Kochkunst die vielseitige und wertvolle Gerste entdecken. Beginnend mit der Anschauung der Gerstenpflanze konnte man wahrnehmen, dass die Gerste die längsten Grannen von allen Getreiden besitzt. Diese Grannen bestehen zu einem hohen Anteil aus Kiesel und der Kiesel ist nach den Ausführungen von Heinz Grill, der stoffliche Ausdruck für ein Lichtätherwirken.

Sodann widmete man sich dem Studium einer Textstelle aus dem Buch „Ernährung und die gebende Seite des Menschen“, ausgehend von der Frage: Wie kann der im Getreide aufgespeicherte Lichtäther auf beste Weise durch den Kochprozess aktiviert und für die speisenden Menschen verfügbar gemacht werden? Interessant ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass es einen sogenannten „idealen Moment“ gibt, wo eine Speise genau richtig gekocht ist, wo also die Lebenskräfte dieser Speise im idealen Maße zur Verfügung stehen.

Gerste wird in ganzen Körnern zweimal gekocht, so dass das einzelne Korn sich auch wirklich gut aufschlüsselt und nicht mehr „kaugummiartig“ schmeckt. Mit der Zeit, durch Übung und Beobachtung, entwickelt sich ein innerer Sinn für diesen „richtigen Moment“ des genau im richtigen Maße gekochten Getreides. Dies kann jeder ganz einfach zum Beispiel beim Nudeln Kochen üben: Anstatt die Nudeln zu kosten, ob sie schon gar sind, kann man mit genauem Hinschauen und inneren Anteilnehmen eine Wahrnehmung entwickeln, wann sie genau richtig sind.

Zur Gerste gesellt sich nun das Gemüse, das in eine wohl überlegte Form geschnitten wird und auch separat gekocht wird. Der traditionelle „Eintopf – alles in einem Topf“ erhält nun eine differenzierte Note und die Esser erleben später freudig die verschiedenen Farben, Formen und Aromen des Gerichts. Ihre Aufmerksamkeit wird nach außen zur Wahrnehmung der Speise gelenkt und somit wird die Atmosphäre „lichtvoller“, kommunikativer und in diesem Sinne heilsamer.

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